Braucht ein Juwelier Pandora?
16. März 2010 von Monika Lechler
Im Handelsblatt ist ein Beitrag erschienen, den ich mit Interesse gelesen habe. Sein Titel: Pandora ist ein Glücksfall für Juweliere. Darüber bin ich sofort gestolpert. Denn wir bei Solitaire führen kein Pandora und sind trotzdem glücklich. :-) Grundsätzlich bin ich einer Meinung mit Hans-Rainer Gläser, der in dem Beitrag zu folgendem Fazit kommt:
Für Hans-Rainer Gläser von der Kölner Beratungsfirma BBE birgt das ungebremste Wachstum jedoch versteckte Risiken. “Viele Juweliere vergessen in ihrer Euphorie”, warnt er, “dass der Lebenszyklus solcher Trendmarken in der Branche immer kürzer wird.” Das habe sich zuletzt bei Swatch gezeigt. “Pandora gehört derzeit zweifellos zu den Marken, die sich sehr gut entwickeln”, sagt er, “wir raten Juwelieren dennoch, die Abverkaufszahlen sehr genau im Auge zu behalten.”
Es ist schon toll, wenn ein Schmucklabel so erfolgreich ist. Warum wird solcher Schmuck in Massen verkauft? Meine Meinung ist die: Pandora hat jahrelang, nach dem Großhandelsprinzip, an alle Geschäfte, die es haben wollten, seine Waren verkauft. So gibt es in manchen Städten 10 – 20 Verkaufsstellen mit Pandora Silberschmuck. Um die Ware überhaupt zu bekommen, müssen immer größere Posten abgenommen werden. Die Ware wird inzwischen in Massen in Ostasien produziert und mit Hochdruck in die Verkaufsstellen gepumpt und entsprechend in den Schaufenstern präsentiert. Hauptsache viel! Was ich von der Qualität halte, sage ich hier nun besser nicht.
Jetzt eröffnen Pandora und Thomas Sabo immer mehr eigene Ladengeschäfte und machen denen, die für ihren Erfolg gesorgt haben, nämlich ihren Juwelierkunden kräftig Konkurrenz. Viele der kleineren Abnehmer bekommen die Ware nicht mehr und deren Kunden wandern ab zu großen Filialbetrieben oder in die zentral-gesteuerten eigenen Stores und kleinere Geschäfte haben das Nachsehen. Das ist ein Kampf mit ungleichen Waffen – hat doch der Herstellerbetrieb viele Vorteile auf seiner Seite wie z. B. schnellere Belieferung, größere Verdienstspanne u.s.w.
Wir als Juwelier oder Goldschmiede tun gut daran, unsere eigene Marke zu stärken und fachhandelstreuen Lieferanten die Treue zu halten. Langfristig setzt sich Qualität im Design und in der Verarbeitung durch. Davon bin ich zutiefst überzeugt. Auch davon, dass man mit Schmuck immer auch ein Lebensgefühl verkauft. Und das kann nun mal nicht in Fernost produziert und massenhaft verkauft werden. Meine Meinung.







“Hauptsache viel!”
Warum du die genannten Marken nicht in meinem Schmuckkästchen findest?
Weil ich es langweilig finde, wenn jede zweite damit herumläuft, so wie viele meiner Kolleginnen.
Nö, da lob ich mir doch eine tolle, individuelle Marke mit Qualität made in Germany – so wie TeNo :-)